Tesla hat europäischen Regulierungsbehörden in Schweden und den Niederlanden eigene, möglicherweise irreführende Sicherheitsdaten zu seinem "Full Self-Driving" (FSD)-System vorgelegt. Dies geht aus Dokumenten hervor, die Reuters über öffentliche Aktenanfragen erhalten hat. Die Daten enthalten unter anderem die Behauptung, dass FSD die Unfallrate im Vergleich zu menschlichen Fahrern deutlich senke.
Vorwürfe der Manipulation
Laut den Dokumenten verglich Tesla die Unfallhäufigkeit von Fahrzeugen mit aktiviertem FSD mit der allgemeinen US-Unfallstatistik. Dabei berücksichtigte Tesla jedoch nicht, dass FSD vorwiegend auf Autobahnen und bei guten Wetterbedingungen genutzt wird, wo Unfälle ohnehin seltener sind. Zudem wurde die FSD-Nutzungszeit möglicherweise überschätzt. Die Behörden prüfen nun, ob die Daten als Grundlage für eine EU-weite Zulassung ausreichen.Reaktionen aus Europa
Bereits zuvor hatten mehrere EU-Länder wie Slowenien und Rumänien Bedenken geäußert. Die Schweiz hatte klargestellt, dass FSD als Level-2-System nur mit voller Fahreraufmerksamkeit genutzt werden darf. Die Enthüllung über die irreführenden Daten könnte den Zulassungsprozess weiter erschweren.Vergleich: HW3 vs. HW4
Ausblick
Tesla steht in Europa vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits muss das Unternehmen technische Nachweise für die Sicherheit von FSD erbringen, andererseits das Vertrauen der Regulierungsbehörden zurückgewinnen. Die EU-Agentur für Straßenverkehrssicherheit hat angekündigt, die von Tesla vorgelegten Daten einer unabhängigen Prüfung zu unterziehen.Zusammenfassung
- Tesla legte selbst publizierte, nicht geprüfte Sicherheitsdaten vor.
- Die Daten könnten die Unfallreduktion durch FSD überzeichnen.
- Mehrere EU-Länder fordern unabhängige Tests vor einer Zulassung.
- Die Enthüllung könnte den Zeitplan für FSD in Europa verzögern.
Häufige Fragen
Welche Vorwürfe werden gegen Tesla erhoben?
Tesla wird vorgeworfen, den Behörden selektiv Unfalldaten präsentiert zu haben, die ein zu positives Bild von FSD zeichnen. Die Vergleiche seien methodisch fragwürdig.
Wie reagieren die EU-Behörden?
Die schwedische und niederländische Verkehrsbehörde prüfen die Daten und haben eine unabhängige Analyse angefordert. Eine finale Entscheidung über die EU-Zulassung steht noch aus.
Welche Konsequenzen könnte dies haben?
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte Tesla mit Bußgeldern belegt werden oder die Zulassung von FSD in Europa verzögert sich deutlich. Einige Länder fordern bereits strengere Auflagen.
Ist FSD in Europa aktuell zugelassen?
Aktuell ist FSD nur in wenigen EU-Ländern wie Deutschland und Belgien unter strengen Auflagen erlaubt. Die meisten Länder warten auf eine einheitliche EU-Entscheidung.