Der rumänische Auto Register (RAR) hat offiziell erklärt, dass es die vorläufige Typgenehmigung für Tesla FSD Supervised, die von der niederländischen Behörde RDW erteilt wurde, nicht anerkennt. In einer detaillierten Antwort auf eine Anfrage erläuterte RAR-Technischer Direktor Cristian Bucur die rechtlichen und regulatorischen Gründe, warum Fahrzeuge mit dem System nicht auf öffentlichen Straßen in Rumänien genutzt werden können.
Die niederländische RDW erteilte im April 2026 eine vorläufige EU-Typgenehmigung für Tesla FSD Supervised gemäß Artikel 39 der Verordnung (EU) 2018/858, der "Ausnahmen für neue Technologien oder Konzepte" abdeckt. Diese Genehmigung gilt jedoch ausdrücklich nur auf niederländischem Hoheitsgebiet.
Laut RAR ist für eine vollständige EU-weite Typgenehmigung eine Autorisierung durch die Europäische Kommission erforderlich. Dieses Verfahren läuft derzeit, aber bis es abgeschlossen ist, sind andere Mitgliedstaaten nicht verpflichtet, die niederländische Entscheidung anzuerkennen.
RAR hat das vollständige Genehmigungsdossier von der RDW erhalten und prüft es. Trotz dieser Prüfung hat die Behörde klargestellt, dass die Anerkennung der vorläufigen Genehmigung nicht automatisch erfolgt.
Das Haupthindernis ist die nationale Straßenverkehrsgesetzgebung Rumäniens. Der rumänische Straßenverkehrskodex (Notstandsverordnung der Regierung Nr. 195/2002) macht es illegal, das Lenkrad während der Fahrt loszulassen. RAR stellt fest, dass "ein solches Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen in Rumänien genutzt werden kann". Die Installation von FSD Supervised wird als strukturelle Änderung angesehen, die nicht legal ist, solange die Genehmigung nicht anerkannt wird.
RAR hat das Problem bereits bei den zuständigen rumänischen Behörden, dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur und dem Ministerium für Inneres, zur Sprache gebracht. Diskussionen fanden im Interministeriellen Rat für Verkehrssicherheit statt.
Die Behörde weist auf einen potenziellen Konflikt zwischen harmonisierten EU-Rechtsvorschriften zur Fahrzeugtyp genehmigung und nationalen Rechtsvorschriften zum öffentlichen Straßenverkehr hin. Änderungen der Gesetzgebung zur Zulassung von FSD Supervised würden jedoch einen parlamentarischen Vorschlag oder eine Regierungsinitiative des Innenministeriums erfordern.
Ablehnung der EU-weiten Harmonisierung
Die Weigerung Rumäniens zeigt die Fragmentierung innerhalb der EU bei der Akzeptanz autonomer Fahrtechnologien. Während die Niederlande und inzwischen auch Belgien, Dänemark und Estland FSD Supervised zugelassen haben, bleiben andere Länder wie Rumänien skeptisch.
Vergleich der FSD-Zulassungen in Europa
Nationale Gesetze vs. EU-Verordnungen
Reaktion von Tesla und Ausblick
Tesla hat sich bislang nicht offiziell zur Ablehnung Rumäniens geäußert. Das Unternehmen setzt auf die vollständige EU-Zulassung durch die EU-Kommission, die alle Mitgliedstaaten binden würde. Bis dahin müssen rumänische Tesla-Fahrer auf FSD Supervised verzichten.Interner Link: Tesla-Woche 24/26: Billionär Musk, Robotaxi-Regeln, FSD-Aufruf in EU, Instant-Supercharger
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