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Tesla legt EU-Regulierern offenbar irreführende FSD-Sicherheitsdaten vor

Quelle: ntg24.de • Veröffentlicht am 16. Juni 2026 um 08:20 Original-Quelle
Tesla legt EU-Regulierern offenbar irreführende FSD-Sicherheitsdaten vor

Zusammenfassung

Tesla will mehr Zulassungen für sein Full-Self-Driving-System in Europa und scheint dabei fragwürdige Sicherheitszahlen zu verwenden, wie ein aktueller Bericht enthüllt.

Tesla möchte sein umstrittenes Full Self-Driving (FSD)-System in Europa ausweiten und hat bei den zuständigen Regulierungsbehörden neue Anträge eingereicht. Doch ein aktueller Bericht von Reuters, den auch die deutsche Nachrichtenseite ntg24.de aufgriff, legt nahe, dass Tesla dabei mit irreführenden Sicherheitsdaten arbeitet.

[NOTE] > Der Vorwurf: In den bei der niederländischen Straßenverkehrsbehörde RDW eingereichten Unterlagen soll Tesla FSD-Unfallstatistiken aus den USA und China unzulässig auf Europa übertragen haben, obwohl die Fahrbedingungen und Verkehrsregeln nicht vergleichbar sind.

Experten bemängeln, dass Tesla für den europäischen Markt vor allem Daten aus Regionen mit geringeren Unfallzahlen verwendet, während die tatsächliche Leistung in Europa etwa durch schlechtere Infrastruktur oder engere Straßen abweicht. Tesla selbst wirbt stets mit dem Argument, FSD sei sicherer als ein menschlicher Fahrer – doch die Zahlenbasis sei nach Ansicht von Kritikern geschönt.

Die Problemfelder im Detail

USA vs. Europa: Vergleich unzulässig?

Tesla hat FSD in den USA in rund einer Million Fahrzeugen im Einsatz und sammelt dort umfassende Telemetriedaten. In Europa ist FSD Supervised dagegen erst in wenigen Ländern wie den Niederlanden, Deutschland und Norwegen auf ausgewählten Strecken freigegeben. Ein direkter Vergleich der Unfallraten sei nach Einschätzung von Verkehrsforschern unzulässig:
KriteriumUSAEuropa
FSD-Fahrzeuge (geschätzt)1 Mio.+< 50.000
Durchschnittliche Unfallrate (pro Mio. km)0,860,72 (Gesamtverkehr)
Typische VerkehrsdichteMittelHoch
AmpelsystemeStandardKomplex (Kreisverkehre, Bahnübergänge)
Regulatorische HürdenGering (NHTSA geduldet)Hoch (UNECE R157)

Zweifelhafte Berechnungsmethode

Laut Reuters verwendet Tesla intern einen sogenannten „FSD Accident Rate“-Wert, der Unfälle nur dann zählt, wenn das Fahrzeug vor dem Aufprall autonom gesteuert wurde und kein menschlicher Eingriff erfolgte. Dadurch werden viele Unfälle ausgeklammert, bei denen der Fahrer zu spät eingriff oder das System den Fahrer nicht rechtzeitig warnte. Zudem stützen sich die Zahlen auf eine relativ kleine Stichprobe in Europa, die statistisch nicht signifikant sei.

Reaktionen aus den EU-Mitgliedsstaaten

In mehreren Ländern wie der Schweiz und Tschechien haben Verkehrsministerien inzwischen klar gestellt, dass die niederländische RDW-Zulassung nicht automatisch anerkannt wird. Auch in Rumänien und Slowenien wird eine eigenständige Prüfung gefordert. Dies untergräbt Teslas Strategie, über eine nationale Zulassung den gesamten EU-Markt zu erschließen.
[IMPORTANT] > Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Teslas Vorgehen gegen die Typgenehmigungsverordnung UNECE R157 verstößt, die eine harmonisierte Zulassung für Assistenzsysteme vorsieht. Sollte Tesla tatsächlich falsche Daten vorgelegt haben, drohen hohe Strafen und ein vorübergehendes Marktverbot.

Lesen Sie auch: Reuters-Bericht zu Tesla FSD-Sicherheitsdaten: Kritiker halten Artikel für irreführend und Tschechisches Verkehrsministerium äußert sich zu Teslas FSD Supervised.

Fazit: Transparenz gefordert

Tesla steht unter Druck, die Sicherheit seines FSD-Systems in Europa glaubhaft nachzuweisen. Die derzeitigen Zahlen lassen viele Fragen offen. Eine unabhängige Überprüfung durch die EU-Behörden ist überfällig, um das Vertrauen in die Technologie nicht weiter zu beschädigen. Bis dahin sollten Käufer die Versprechungen des Herstellers mit Vorsicht genießen.

Häufige Fragen

Warum bezweifeln Experten Teslas FSD-Sicherheitszahlen?

Experten kritisieren, dass Tesla Unfallstatistiken aus den USA und China ungefiltert auf Europa überträgt, obwohl die Verkehrsbedingungen grundverschieden sind. Zudem wird die Berechnungsmethode als „irreführend“ bezeichnet, weil sie nur Unfälle während autonomer Steuerung ohne Fahrereingriff zählt.

Welche Konsequenzen drohen Tesla bei nachgewiesener Irreführung?

Wenn die EU-Kommission feststellt, dass Tesla vorsätzlich falsche Daten vorgelegt hat, drohen Bußgelder von bis zu 4 % des Jahresumsatzes sowie ein vorübergehendes Verbot des FSD-Vertriebs in der EU.

Ist FSD in Europa derzeit überhaupt legal?

Ja, aber nur in Ländern mit einer individuellen Zulassung (z. B. Niederlande). Viele andere EU-Staaten erkennen die niederländische Zulassung nicht an, sodass FSD dort offiziell nicht genutzt werden darf. Tesla umgeht dies oft durch eine „Beta“-Einstufung, was rechtlich angreifbar ist.

Wie zuverlässig sind die offiziellen Unfalldaten von Tesla?

Tesla veröffentlicht keine detaillierten, unabhängig geprüften Statistiken. Die einzigen Zahlen stammen aus Quartalsberichten, die aggregiert sind. Im Vergleich zu Waymo oder Mercedes, die mit externen Prüfern arbeiten, ist die Transparenz gering.

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