Ein neues Video des Tesla-Enthusiasten ΛI DRIVR und des Testern David Moss zeigt eine beeindruckende Demonstration von Teslas Full Self-Driving (Supervised) Software. Bei einer Geschwindigkeit von 72 km/h (45 mph) wurde eine lebensechte Dummy-Puppe direkt vor das fahrende Fahrzeug geworfen. Das System wich nicht nur aus, sondern manövrierte kontrolliert auf die Gegenfahrbahn, um einen Aufprall zu vermeiden – ein Manöver, das selbst für erfahrene menschliche Fahrer extrem schwierig gewesen wäre.
Wie funktioniert die Ausweichreaktion?
Teslas neuronales Netzwerk verarbeitet ständig Daten von acht Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und einem Frontradar (bei Hardware 3) bzw. rein kamerabasiert (bei Hardware 4). Sobald ein Objekt – in diesem Fall die Puppe – plötzlich in die Fahrspur gelangt, berechnet das System eine Ausweichtrajektorie in Millisekunden. Entscheidend ist die Fusion der Wahrnehmungs-, Planungs- und Steuerungsmodule, die eine dynamische Hindernisvermeidung während der Fahrt ermöglicht.
USA vs. Europa: Unterschiedliche Herausforderungen
Während dieses Video in den USA aufgenommen wurde, zeigt es ein Szenario, das auch auf europäischen Straßen relevant ist – etwa wenn ein Kind oder ein Tier unerwartet auf die Fahrbahn rennt. In Europa ist FSD Supervised bisher in vier Ländern zugelassen (Niederlande, Dänemark, Belgien, Tschechien) – siehe Tesla FSD in Europa: Erste Unfallstatistik aus den Niederlanden. Das System muss sich an engere Straßen, Kreisverkehre und eine höhere Verkehrsdichte anpassen. Dennoch zeigen Tests, dass die Grundfunktionen der Hindernisvermeidung auch in Europa robust arbeiten.
Relevanz für die Sicherheitsdebatte
Der Test liefert neue Argumente in der Diskussion um die Sicherheit autonomer Systeme. Während Kritiker auf seltene Fehlentscheidungen verweisen, demonstriert dieses Video die Fähigkeit, Unfälle zu verhindern, die für Menschen unvermeidbar wären. Bereits frühere Daten aus den Niederlanden belegten, dass FSD Supervised dort 3,5-mal weniger Unfälle verursacht als menschliche Fahrer – siehe Tesla FSD in den Niederlanden übertrifft menschliche Fahrer.
Zukünftige Entwicklungen
Tesla arbeitet weiter an Optimierungen des neuronalen Netzes, insbesondere für Schattenfahrzeuge, Gegenverkehr-Ausweichmanöver und Tiererkennung. Mit der anstehenden Freigabe von FSD Unsupervised (Stufe 4) wird die Zuverlässigkeit solcher Reaktionen entscheidend sein. Erste Analysten sehen Tesla bereits auf dem Weg zur vollständigen Autonomie – mehr dazu in Wall-Street-Analyst: Tesla hat autonomes Fahren der Stufe 4 erreicht.