Rivian macht einen großen Vorstoß ins autonome Fahren. CEO RJ Scaringe hat eine ambitionierte Roadmap vorgestellt, die das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu Tesla bringt. Noch in diesem Jahr plant Rivian, voll überwachtes Point-to-Point-Fahren für alle Fahrzeuge der zweiten Generation einzuführen.
Rivians autonome Roadmap
Scaringe skizzierte einen mehrstufigen Plan, der Rivians Fahrzeuge mit immer mehr autonomen Fähigkeiten ausstatten soll. Im Gegensatz zu Teslas Ansatz, der auf reine Kameras setzt, setzt Rivian auf eine Kombination aus Kameras, LiDAR und Radar.
Hardware-Unterschiede
Technische Grundlagen
Rivians zweite Fahrzeuggeneration, die mit dem R2 beginnt, verfügt über eine komplett neu entwickelte elektrische Architektur und eine leistungsstarke Rechenplattform. Diese wurde speziell für autonome Fahrfunktionen ausgelegt. Scaringe betonte, dass Rivian nicht erst auf Level 4 warten will, sondern schrittweise Funktionen ausrollen wird – ähnlich wie Tesla mit FSD.
Das Unternehmen hat bereits wichtige Partnerschaften geschlossen, unter anderem mit NVIDIA für die Rechenplattform. Anders als Tesla, das seine eigene Hardware entwickelt (HW3, HW4), setzt Rivian auf etablierte Zulieferer.
Wettbewerb mit Tesla
Die direkte Konkurrenz zu Tesla FSD ist offensichtlich. Während Tesla seit Jahren an FSD arbeitet und in Nordamerika bereits FSD Supervised anbietet, für Europa aber noch auf UNECE-Zulassungen wartet, startet Rivian nun mit einem ähnlichen Angebot.
Scaringe sieht Rivians Ansatz als überlegen an, insbesondere bei schlechtem Wetter. „Unser System mit LiDAR und Radar bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene, die reine Kamerasysteme nicht haben“, erklärte er.
Zeitplan und Verfügbarkeit
Rivian plant, das überwachte Point-to-Point-Fahren noch 2025 für Besitzer der R2-Fahrzeuge freizuschalten. Zunächst nur in den USA, eine Europa-Einführung ist zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Die autonomen Funktionen werden schrittweise ausgerollt, beginnend mit Autobahnfahrten, später auch innerstädtische Routen.
Im Gegensatz zu Tesla, das oft langsam bei der Einführung neuer Funktionen ist, verspricht Rivian einen schnelleren Rollout. „Wir werden nicht jahrelang Beta-Tests durchführen, sondern liefern marktreife Funktionen, die sicher und zuverlässig sind“, so Scaringe.
Auswirkungen auf den Markt
Rivians Vorstoß könnte den Wettbewerb im Bereich autonomes Fahren weiter anheizen. Auch andere Hersteller wie Mobileye arbeiten an eigenen Robotaxi-Diensten. Der Markt wird zunehmend fragmentierter, aber der Druck auf Tesla steigt, sein FSD-Versprechen endlich einzulösen.