Ein Tesla-Fahrer im US-Bundesstaat Washington macht Teslas Assistenzsystem für einen kuriosen Unfall verantwortlich. Wie der lokale Sender King 5 News berichtet, war der Fahrer am Montag mit seinem Tesla unterwegs, als das Fahrzeug plötzlich von der Straße abkam und direkt in die Garage eines fremden Hauses raste. Die Polizei von Redmond bestätigte den Vorfall und erklärte, dass der Fahrer angab, das autonome Fahrsystem des Tesla sei „fehlerhaft“ gewesen, bevor es zu dem Crash kam. Verletzt wurde niemand, Anzeichen für Alkohol- oder Drogeneinfluss gab es nicht.
Ein Foto der Polizei zeigt den roten Tesla, der sich in der Garage verkeilt hat, die Garagentür hängt in Fetzen um das Fahrzeug herum. Der Vorfall erinnert an ähnliche Pannen mit Teslas Assistenzsystemen. Erst kürzlich hatte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Teslas mit Full Self-Driving (Supervised) immer wieder auf herannahende Züge zusteuerten.
Technischer Hintergrund
Tesla liefert seine Fahrzeuge mit unterschiedlicher Hardware aus, die für die Assistenzsysteme relevant ist. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Hardware 3 und 4:Während HW4 in den USA bereits ausgerollt wird, ist die Freigabe für Europa noch nicht erfolgt. Die Systeme sind bislang nur auf Level 2+ zertifiziert – der Fahrer bleibt jederzeit verantwortlich.
Reaktionen und Folgen
Die Polizei von Redmond hat die Ermittlungen aufgenommen. Es ist derzeit unklar, ob der Unfall tatsächlich auf einen Systemfehler zurückzuführen ist oder auf menschliches Versagen. Anwälte für Produkthaftung beobachten den Fall genau, da er Präzedenzfälle für die Haftung bei Assistenzsystemen schaffen könnte.Der Vorfall ereignet sich zu einer Zeit, in der Tesla in Europa weitere Zulassungen für FSD Supervised erhält – zuletzt in Belgien und Dänemark. Unfälle wie dieser könnten das Vertrauen in die Technologie erschüttern. Mehr zu den jüngsten Entwicklungen in Europa: Tesla FSD Supervised offiziell in Belgien gestartet und Erste Tesla-Daten zu FSD Supervised in Niederlande.
Ein weiterer Aspekt: Tesla wirbt oft mit Bildern von Fahrern, die während der Fahrt entspannen – was Experten für gefährlich halten. Diese Ambivalenz zwischen Werbung und realer Sicherheit bleibt ein Kritikpunkt, wie auch in diesem Fall deutlich wird.